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Splitter Rack: So bekommt FOH saubere Signale
Rack6. Januar 2026

Splitter Rack: So bekommt FOH saubere Signale

Splitter Rack verständlich erklärt: So splittest du Mikrofonsignale sauber für FOH und IEM, vermeidest Brummen und klärst Gain und Phantompower ohne Stress.

Wenn ihr als Band mit eigenem In Ear Monitoring unterwegs seid, kommt früher oder später diese Situation: Ihr baut euer IEM Rack auf, der FOH Engineer kommt vorbei und fragt, wie er seine Signale bekommt. Und dann beginnt das große Rätselraten. Wer regelt den Gain? Was passiert, wenn ihr während des Sets am Rack etwas ändert? Warum brummt es plötzlich?

Genau hier setzt ein Splitter Rack an. Es ist die Lösung, die dafür sorgt, dass ihr euer Monitoring so nutzen könnt, wie ihr es braucht, während das FOH gleichzeitig unabhängig und sauber arbeiten kann. Ohne Gefrickel, ohne Brummen und vor allem ohne Diskussionen beim Line Check, wenn die Zeit knapp wird.

Dieser Artikel erklärt, was ein Splitter Rack eigentlich ist, welche Varianten es gibt und worauf es in der Praxis wirklich ankommt.

Was macht ein Splitter Rack eigentlich?

Die Grundidee ist einfach: Ein Splitter verteilt ein Mikrofonsignal oder Line Signal auf zwei oder mehr Ausgänge. In der Praxis bedeutet das meistens, dass ein Signalweg in euer IEM Rack geht, damit ihr euch selbst mischen könnt, und ein zweiter Signalweg zum FOH, damit der Saalmix unabhängig davon gemischt werden kann.

Das Entscheidende dabei ist nicht nur, dass das Signal verteilt wird, sondern wie es verteilt wird. Ein guter Split macht das zuverlässig, reproduzierbar und ohne dass irgendjemand Angst haben muss, dass Pegel wegbrechen oder plötzlich Störgeräusche auftauchen. Er trennt die beiden Welten sauber voneinander, ohne dass sich eine Seite auf die andere auswirkt.

Der Moment, in dem du merkst, dass du einen Split brauchst

Ohne ordentlichen Split läuft es oft auf eine von diesen beiden Situationen hinaus: Entweder ihr gebt dem FOH alle Mikrofone direkt, und ihr bekommt am Ende ein paar Aux Sends zurück. Dann hängt euer Monitoring stark vom Pult, vom Tontechniker, von der verfügbaren Zeit und von der Show Situation ab. Manchmal funktioniert das gut, oft aber nicht.

Oder ihr nehmt alle Signale zuerst in euer Rack, und das FOH bekommt irgendwas „kopiert" – vielleicht über direkte Outs, vielleicht über Submixe. Das kann funktionieren, sorgt aber schnell für Fragen: Wer regelt eigentlich den Gain? Was passiert, wenn ihr während des Sets am Rack etwas ändert? Warum ist der Pegel am FOH plötzlich anders als vorhin beim Soundcheck?

Ein sauber geplantes Splitter Rack verhindert genau diese Konflikte, weil die Rollen von Anfang an klar sind. Ihr habt eure Monitor Welt, FOH hat seine Saal Welt. Beide bekommen definierte, saubere Signale und können unabhängig voneinander arbeiten.

Die drei gängigen Split Varianten

Passive Splitter mit Übertragern: der Klassiker

Das ist die Variante, die man in vielen professionellen Tour Racks findet. Ein passiver Split verteilt das Signal, häufig mit einem Übertrager auf einem der Abgänge. Das klingt erst mal technisch, hat aber sehr praktische Vorteile.

Passive Splitter sind extrem robust und unabhängig. Sie brauchen keine aktive Elektronik, haben dadurch wenig Fehlerquellen und laufen einfach. Der Übertrager auf einem der Ausgänge kann Brummschleifen stark reduzieren, weil FOH und Monitor galvanisch getrennt werden. Das ist besonders wertvoll, wenn ihr auf wechselnden Locations unterwegs seid und nicht immer vorhersehen könnt, wie die Stromversorgung vor Ort aussieht.

Der Nachteil ist hauptsächlich der Preis. Gute Übertrager sind teurer als einfache Y-Splits. Außerdem muss man sich ein bisschen Gedanken um Phantomspannung machen, aber dazu später mehr.

Aktive Splitter: wenn Puffer gebraucht werden

Ein aktiver Split verstärkt oder puffert das Signal aktiv, bevor es verteilt wird. Das kann in manchen Setups sinnvoll sein, ist aber nicht automatisch „besser" als die passive Variante.

Aktive Splitter bieten klare Signalführung und definierte Impedanzen. Sie können Pegel stabil halten, wenn viele Abgänge gebraucht werden. Der Nachteil ist, dass sie Strom benötigen und damit eine zusätzliche Fehlerquelle ins Spiel kommt.

In der Praxis sind passive Splitter mit Übertragern für die meisten Bands die günstigere, robustere und stressärmere Lösung. Aktiv kann Sinn machen, wenn ganz spezielle Anforderungen bestehen.

Digital Split: elegant, aber mit Tücken

Wenn ihr mit einem digitalen System arbeitet, könnte auch ein digitaler Split über Netzwerke oder Stagebox Konzepte interessant sein. Das ist technisch sehr elegant und reduziert das analoge Kabel Chaos deutlich.

Der große Vorteil: Wenn es kompatibel ist, geht alles sehr schnell und sauber. Der große Nachteil: Kompatibilität ist genau der Flaschenhals. Was mit eurem digitalen Mixer funktioniert, muss nicht zwingend mit dem FOH System vor Ort harmonieren. Außerdem gibt es in der Praxis oft Gain Konflikte, wer die Kontrolle über den Input Gain hat.

Digital Splits erfordern daher klare Absprachen mit dem FOH vorab und sind deshalb vor allem für Bands interessant, die regelmäßig auf ähnlichen Locations spielen oder wo die technischen Setups bekannt sind.

Phantompower, Ground und das ewige Brummen

Es gibt diesen klassischen Moment beim Line Check: Alles ist verkabelt, ihr gebt dem FOH das Go, und plötzlich ist da ein Brummen. Meistens sind dann nicht die Mikrofone schuld, sondern Masseverbindungen und unterschiedliche Stromkreise. Splitter Racks helfen hier enorm, aber nur, wenn sie korrekt ausgelegt sind.

Ein paar Dinge, die in der Praxis immer wieder den Unterschied machen: Phantompower sollte klar definiert von einer Seite kommen. Es ist keine gute Idee, wenn sowohl IEM Rack als auch FOH gleichzeitig Phantompower liefern wollen. Ein Ground Lift ist kein Zauberknopf, der alle Probleme löst, aber in der richtigen Split Variante kann er gezielt helfen.

Mindestens genauso wichtig ist eine saubere Stromverteilung im Rack selbst. Wenn alle Komponenten über denselben Stromkreis laufen, reduziert das Brummprobleme drastisch. Und eine klare Beschriftung verhindert, dass im Stress jemand etwas falsch patcht.

Das klingt vielleicht nach Details, aber genau diese Details entscheiden darüber, ob ihr beim ersten Gig auf einer neuen Location zehn Minuten mit Brummen kämpft oder ob es einfach funktioniert.

Was gehört in ein gutes Splitter Rack?

Nicht jedes Rack braucht alles, und es gibt keine universelle Lösung, die für jede Band passt. Aber ein paar Dinge sorgen in der Praxis immer wieder für weniger Stress und mehr Zuverlässigkeit.

Saubere, gut erreichbare Inputs sind ein guter Anfang. Idealerweise über ein Patchpanel, an dem ihr schnell erkennen könnt, was wo hingehört. Klar getrennte Ausgänge für FOH und Monitoring verhindern Verwechslungen. Eine eindeutige Beschriftung, gerne farbcodiert, spart Zeit und Nerven, vor allem, wenn mal jemand anderes das Rack verkabeln muss.

Vernünftige Kabelwege im Rack sorgen dafür, dass nichts wackelt oder unter Zug steht. Eine saubere Stromverteilung hatten wir schon erwähnt, aber sie ist wirklich wichtig. Und wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, lohnt sich ein Dokument mit Patchliste und Output Liste, das im Rack liegt oder digital verfügbar ist.

Falls ihr zusätzlich Funk IEM nutzt, macht es oft Sinn, eine sinnvolle Antennenlösung direkt ins selbe Rack zu integrieren. Das hält alles kompakt und reduziert die Anzahl der Cases, die ihr schleppen müsst.

Am Ende geht es um Planbarkeit

Ein Splitter Rack macht euer IEM Setup nicht nur professioneller, sondern vor allem planbarer. Ihr reduziert Abhängigkeiten vom FOH Setup, vom Engineer vor Ort und von den Launen unterschiedlicher Locations. Ihr spart Soundcheck Zeit, weil weniger diskutiert und mehr gearbeitet werden kann. Und ihr gebt dem FOH die Signale so, dass dort entspannt gearbeitet werden kann.

Das bedeutet nicht, dass alles immer perfekt läuft. Live ist live, und manchmal gibt es trotzdem unvorhergesehene Situationen. Aber mit einem gut geplanten Splitter Rack habt ihr ein Setup, das reproduzierbar funktioniert und auf das ihr euch verlassen könnt.

Wenn du herausfinden willst, wie ein Splitter Rack für eure spezifische Situation aussehen sollte kannst du direkt ein passendes Rack konfigurieren.

Häufig gestellte Fragen

Brauchen wir wirklich einen Splitter, wenn wir ein eigenes IEM Rack haben?

Wenn ihr FOH unabhängig und stressfrei bedienen wollt, ist ein Split die einzige saubere Lösung.

Passive oder aktive Splitter?

Für viele Bands ist ein guter passiver Split mit Übertragern die robusteste, stressärmste Lösung. Aktiv kann sinnvoll sein, wenn ganz spezielle Anforderungen bestehen.

Funktioniert das mit Phantompower?

Ja, wenn es sauber geplant ist. Wichtig ist, dass Phantompower von einer definierten Seite kommt und die Split Architektur dazu passt. Das muss im Vorfeld geklärt werden.

Wird der Sound durch den Split schlechter?

Mit hochwertigen Komponenten ist das in der Praxis meist kein Thema. Schlechte Y-Lösungen oder ungünstige Verkabelung sind häufiger die Ursache für Probleme als ein ordentlicher Splitter.

Was muss das FOH wissen?

Eine klare Input Liste, Output Liste und die Info, wer Phantomspannung regelt. Das spart Zeit und vermeidet Diskussionen, wenn es schnell gehen muss.

Interesse an einem eigenen IEM-Rack?

Nutze den Konfigurator für ein individuelles Angebot.

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