StageRack

Signalverteilung ohne Kabelchaos

Splitter-Rack für IEM und FOH

Der Splitter ist selten der Teil des Racks, über den eine Band zuerst spricht. Beim Aufbau entscheidet er aber oft darüber, ob nach fünf Minuten alles steckt oder ob ein Kabelrätsel beginnt. Ich plane ihn deshalb zusammen mit Inputliste und FOH-Übergabe.

Kurz erklärt

WAS IST DAS?

Jedes Mikrofon und jede DI kommt zuerst am Split an. Von dort führt ein Weg in euren Monitor-Mixer, der zweite zum Saalpult. Beide Techniker arbeiten dadurch mit denselben Quellen, aber mit eigenen Preamps und eigenen Mischungen. Ob der Split direkt, galvanisch getrennt oder digital ausgeführt wird, ist eine technische Entscheidung und kein Qualitätslabel.

Das bringt euch

  • Eigener IEM-Mix unabhängig vom FOH-Pult
  • Einheitliche, beschriftete Übergabe bei jedem Gig
  • Schnellerer Line-Check durch bekannte Signalwege
  • Planbare Optionen für Phantompower und Ground Lift

Planungsbeispiel

16-Kanal-Splitter für Club- und Festivalshows

Als Beispiel nehme ich eine Band mit höchstens 16 analogen Quellen. Sie mischt ihr IEM selbst und möchte dem Haustechniker einfach einen sauber beschrifteten Satz Signale übergeben. Das komplette Rack muss dann vor Ort nicht neu verkabelt werden.

Eingänge
16× verriegelbare XLR-Eingänge, nummeriert und passend zur Inputliste
Monitor-Ausgänge
16 kurze Direktverbindungen zum eigenen Rackmixer
FOH-Ausgänge
16 Ausgänge auf Multipin oder XLR-Fanout, passend zum typischen Einsatz
Split-Typ
Passiv direkt oder galvanisch getrennt nach technischer und budgetärer Abwägung
Phantompower
Eindeutig definierte Zuständigkeit und kompatible Signalführung
Dokumentation
Kanalplan, Anschlussübersicht und eindeutige Beschriftung am Rack

Signalfluss

  1. 01Die Bühnenquellen werden an den nummerierten Rack-Eingängen angeschlossen.
  2. 02Jeder Kanal wird auf Monitoring- und FOH-Zweig verteilt.
  3. 03Monitoring bleibt im Rack; der FOH-Zweig wird als beschriftete Übergabe ausgeführt.

Wichtige Planungsannahmen

  • Welche Signale brauchen Phantompower und welche Seite soll sie liefern?
  • Reicht ein XLR-Fanout oder gibt es am häufigsten bespielten Pult ein passendes Multipin-System?
  • Wie lang muss die FOH-Peitsche in der Praxis wirklich sein?
  • Braucht jeder Kanal eine Trennung oder gibt es einen guten Grund für einen einfacheren Direkt-Split?

Die endgültige Auswahl hängt von Kanalzahl, vorhandenem Equipment, Funkfrequenzen, Budget und gewünschter Redundanz ab. Das Beispiel ist keine Stückliste und kein Angebot.

DARAUF KOMMT ES BEI DER PLANUNG AN

Nicht nach Schlagwort kaufen

„Aktiv“ und „isoliert“ beschreiben unterschiedliche Dinge. Ich würde zuerst Phantompower, Masseführung und Einsatzorte klären und dann die Split-Technik wählen.

Universell oder schnell

XLR passt fast überall. Multipin spart beim Aufbau Zeit, braucht aber ein passendes Gegenstück und eine Lösung für den Fall, dass genau dieses Kabel ausfällt.

Wer darf was regeln?

Bei einem analogen Split haben beide Pulte eigene Preamps. Bei digitalen Wegen müssen Gain und Phantompower zwischen Band und FOH eindeutig abgesprochen sein.

HÄUFIGE FRAGEN

Braucht ein IEM-Rack immer einen Splitter?

Wenn dieselben Mikrofonsignale sowohl zum eigenen IEM-Mixer als auch zum FOH müssen, ist eine definierte Verteilung erforderlich. Bei digitaler Übergabe kann sie auch über ein kompatibles Audionetzwerk erfolgen.

Was ist besser: passiver oder aktiver Split?

Ein passiver Split ist robust und benötigt keine Versorgung. Aktive Systeme können Signale puffern, erhöhen aber Komplexität und Fehlerquellen. Galvanische Trennung ist eine zusätzliche Eigenschaft und nicht automatisch mit „aktiv“ gleichzusetzen.

Wer liefert die Phantompower?

Das muss vorab festgelegt und technisch passend umgesetzt werden. Häufig übernimmt eine klar definierte Seite die Phantompower; die konkrete Lösung hängt vom Splitter und den angeschlossenen Geräten ab.

XLR-Fanout oder Multipin?

XLR ist universell und leicht ersetzbar. Multipin beschleunigt den Aufbau deutlich, benötigt aber passende Kabel, Pinbelegung und idealerweise eine Ersatzstrategie.

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